Reisebericht vom Ionischen-Meer


Auf den Spuren von Odysseus


von Conny Görres

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Segeltörn vom 18.09.99 - 25.09.99 im lonischen Meer von Korfu nach Lefkas,Itaka und Paxos mit:

Manfred 1. Skipper, Oliver 2. Skipper, Christian Bordchinese, Hans-Peter Künstler, Uwe Rechnungsprüfer, Thomas Bordkassenwart, Andreas Weckoffizier, Conny Schriftführer.


Samstag, 18.09.

Anreise ab Frankfurt, Abflug 4.00 Uhr Treffen am Bahnhof Koblenz 0.15 Uhr, vorschlafen lohnt nicht und geht nicht. Nach kurzer Rundreise durch Urmitz geht es fast pünktlich nach Frankfurt. Planmäl3ig sind wir in Korfu, starker Regen, alles grau - etwas anders als erwartet-. Mit zwei Taxen fahren wir zum Hafen, kleiner Einkauf für,,das Nötigste" alles für nur 600 DM (z. B. Cornflakes für nur 12,00 DM).

Ab 14.00 Uhr machen wir uns mit dem Schiff vertraut, einer Ocean Star495. Optisch ist alles wie im Prospekt aber mit "kleinen" technischen Mängeln.

Am Spätnachmittag ist alles eingeräumt und der Himmel hat sich nach aufkommendem Wind aufgeklart.

Um 18.30 Uhr heisst es Leinen los, Richtung Levkas und wir beginnen mit einem Abendessen auf Deck: Geschmierte Brote von Peter Tomaten von Christian, mit Blick auf die Altstadt von Korfu.
18.30 Uhr, Kurs 140, Barometer 1050, Betriebsstunden 1540, Wind von vorne. Wir fahren unter Motor in die Nacht, ein tolles Erlebnis, was noch toller wird, als wir nicht mehr wissen, wo wir sind und das GPS macht was es will leider nur noch ein unnützes Spielzeug. Ein Funkelfeuer mit einer Zweier-Taktung, statt wie erwartet mit einer DreierTaktung, irritiert dann vollends. Nach zahlreichen Ausweichmanövern begegnender Berufs-Schifffahrt fahren wir eine von weitem erkennbare Hafeneinfahrt an. Im Hafen wollen wir uns zwischen zwei Fähren legen, aber Halt, Quertrosse, im letzten Moment erkannt. Wir legen uns auf der Steuerbordseite des Hafenbeckens an einen großen "Sandkasten" Es ist 0.30 Uhr, wo sind wir? - Korfu, Levkimmnis, Fährhafen - . Es ist geschafft! Ruhe kehrt ein auf dem Schiff und nach 41 Stunden auf den Beinen geht alles schlafen.


Sonntag, ,19.09.

Ab 8.00 Uhr ist Betrieb in der Küche. Der Himmel ist freundlich aber leicht bedeckt. Nach einem gutem Frühstück heißt es klar Schiff und Leinen los, Levkas, die Zweite.
10.15 Uhr, Kurs 137, 8 Grad Barometer 1051, die Sonne kommt raus, Stimmung prima.
Bei strahlendem Sonnenschein führt unser Kurs die Küste entlang, die abwechslungsreich und mit üppiger Vegetation (viel grün) ein herrliches Bild abgibt. Den Mittag überbrücken wir mit leckeren Häppchen a. la Thomas und herrlich kaltem Bier. Dann sucht sich jeder einen Platz an Bord nach seinem Geschmack um sich auszuruhen. Am Nachmittag kommt der Wind mehr und mehr von Steuerbord und wir setzen die Segel Fast boshaft läßt der Wind spontan nach und das Schiff nimmt nur noch 2,8 Knoten Fahrt auf bis wir mit 1, 7 Knoten daherdümmpeln; also Segel rein und Motor wieder an. Gegen Abend erreichen wir die schmale Einfahrt zu der Wasserstraße, die Levkas vom Land trennt. Hier legen wir an Steuerbord vor einer Dreh-Zugbrücke an, die die Insel mit dem Festland verbindet und nur zu jeder vollen Stunde die Schifffahrt passieren läßt. Angler nehmen unsere Leinen an und so werden wir Augenzeuge, wie einer einen Tintenfisch fängt, den er mit laut schmatzendem Geräusch mehrfach von seinem Handgelenk abziehen muß, bevor er den Fisch vor dem Erstickungstod bewahrt, indem er ihn 6-7 mal laut auf den Asphalt klatscht. Schnell sind sich alle einig, Tintenfisch will heute Abend keiner essen.
Nachdem die Brücke öffnet, geht es in langsamer Fahrt vorbei am Hafen von Levkas. Für einen Moment glauben wir, in ein schwedisches Fjord einzufahren, uns begleiten und begegnen nämlich nur noch Schweden. Nach ca. einer 3/4 Stunde haben wir den Kanal verlassen und wieder offenes Wasser mit starkem Wind von vorne. Der Hunger treibt jetzt abwechselnd den Ein oder Anderen in Richtung Küche.


Kurs180, Barometer 1053, Sonnenuntergang und grosser Hunger

Dann haben wir die schmale Einfahrt der Bucht von Vlychon vor uns, hier wollen wir festmachen. Im hinteren Teil der Bucht legen wir uns auf der Steuerbordseite mit dem Heck an eine kleine Kaimauer des Ortes. Ein freundlicher Minimarkt-Besitzer nimmt unsere Leinen an.
20.00 Uhr jetzt heißt es kurz landfein machen und nichts wie zum Abendessen.
Wir setzen uns in den Garten einer kleinen Hafentaverne; Speisekarte gibt es nicht, nur das Menü des Tages mit Wein, der sich nicht im Geschmack, sondern nur in der Farbe unterscheidet. Das Menü ist nur noch vier mal vorrätig und der Holländer, der uns bedient, völlig überfordert, die Saison geht zu Ende. Der Wein auch, wie wir feststellen, als wir mutig noch Einen bestellen. Der wird schnell mit dem Motorrad geholt und schmeckt sogar besser Das Essen war sehr lecker und alle sind satt geworden. Gemütlich schlendern wir zum Schiff zurück, setzen uns mit Rotwein an Deck und lassen den Abend ausklingen, bis alle nacheinander müde werden.


Montag, 20.09.

Um 7 45 Uhr setzt Betrieb ein. Im freundlichen Minimarkt kann man nicht nur einkaufen, sondern auch Dusche und Toilette werden gegen die Entrichtung einer kleinen Gebühr angeboten, ganz praktisch. Christian hat sich selbst, wie er sagt, zum Bordchinesen ernannt, und bereitet wieder ein vorzügliches Frühstück, mit Rühreiern" aus dem Topf" nach "brandenburger Art". Nach dem Frühstück tanken wir Wasser an der direkt vor uns liegenden Zapfstelle, mit geliehenem Schlauch vom Nachbarn. Aus dem Minimarkt bunkern wir noch schnell einige Hauptnahrungsmittel, wie zum Beispiel Bier und Campari ~
Um 10.00 Uhr legen wir ab, bei strahlendem Sonnenschein und umrunden als erstes die herrliche Onassis-lnsel Skorpios. Der erste Eindruck aller: reich sein hat einen bestechenden Charme. Danach geht es mit Kurs 177, Barometer 1053, weiter Richtung ltaka.
Zwischen den Inseln gibt es wieder die unverfälschten Thomas-Häppchen. Plötzlich ist Alarm, nicht weil die Bug-Kabine im Wasser steht, sondern in Orangensaff; riecht nicht schlecht und klebt schön.
Peter, Christian und Andreas, unser Krisen-Trio für solche Fälle, beginnen mit den Aufräum- Arbeiten, bis der Orangensaft über das Gangboard bis zum Heck läuft. Ein bis zwei Eimer Orangensaft später, der Schaden ist behoben, erreichen wir offenes Wasser und mehr Wind, jetzt wollen wir segeln. Klappt alles prima, bis zur ersten Wende, wo Andreas den Begriff Dickkopf neu definiert, in dem er seinen gegen den schwenkenden Segelbaum hält. Beide nehmen keinen größeren Schaden und nachdem eine eiskalte Dose Bier eine Kühlkompresse ersetzt, läßt auch der Schmerz langsam nach. Glück gehabt, das hätte auch anders ausgehen können. Nach einigen weiteren Schlägen Richtung ltaka beschließen wir in einer Bucht zu baden.
Manfred sucht ein geeignetes Plätzchen auf ltaka, Ormos Kioni Bucht mit Friedhof, wir mögen's ja ruhig.
Nach dem Ankern machen wir das Dingi klar, jetzt baden, schnorcheln, Dingi fahren, alles in herrlich klarem Wasser 25 warm. Alle sitzen in der Bucht, als Thomas und Uwe mit dem , Dingi nach Kioni fahren, am anderen Ende der Bucht gelegen. Da sie nicht zurück kommen schwimmen alle an Bord und Christian schwimmt die Strecke gleich zwei Mal um alle zurückgelassenen Gegenstände in einem großen Müllbeutel trocken an Bord zu holen.
Wo bleiben die Beiden.? Plötzlich gibt es eine Antwort: mit dem Fernglas machen wir sie vor Kioni aus, wo sie mit den Händen paddelnd, Paddel waren keine im Dingi, Richtung Schiff unterwegs sind. Abgekämpft nahern sie sich langsam dem Schiff. Als sie in Rufweite sind ( kündigt Thomas an, dass er böse auf Oliver ist: "ich reiß Dir die Eier ab" Der hatte bei Abfahrt gesagt, es sei genug Sprit im Tank, was nicht ganz richtig war Unter dem Spott der Crew erreichen die beiden endlich das Schiff und sehen ziemlich fertig aus. Nachdem alle an Bord sind, fahren wir weiter in die Dämmerung, in den Hafen von Vathy, wo wir über Nacht bleiben wollen und machen am Yachtkai fest, direkt neben zahlreichen Lokalen am Wasser (mit einem la Anlegemanöver). Geduscht wurde wahrend der Fahrt, auf der 8adeplattform.Deshalb sind schnell alle landfein und ebenso schnell ist ein gemütliches Lokal am Wasser gefunden, wo wir hervorragend essen und einen schönen Abend haben.
Anschliel3end kleiner Ortsbummel, Yoghurt mit Honig zum Nachtisch und zurück auf's Schiff wo bei Wein und Kerzenlicht der Tag ausklingt.


Dienstag, 21.09

Der Wecker von Andreas weckt das dritte Mal um 730 Uhr nein Danke, schöne Ferien, Sie haben es sich verdient. Frühstück an Bord, wie immer von Christian, dann ist Ortsbummel angesagt, Vathy bei Tag und strahlendem Sonnenschein.
Als wir vor einem Mopedverleih stehen, werden kurz entschlossen fünf Mopeds geliehen, für Manfred Thomas, Uwe, Andreas und für mich. Peter Christian und Oliver erkunden weiter den Ort, der sehr schön und belebt ist. Mit den Mopeds geht's in die Berge und nach dem Auftanken zeigt sich, daß die Straßenmopeds auch Moto-Cross tauglich sind, denn nach fester Straße folgen steinige Eselswege. Eine herrliche Landschaff, mit entsprechendem Ausblick auf die Bucht und das Dorf belohnen unsere Initiative. Nachdem wir wieder im Tal sind fahren alle noch mal ans andere Ende der Bucht, wo Thomas sich zwanglos von seiner Mopedkette befreit und der Benzinschlauch platzt, Moped erfolgreich zerlegt. Nach schwieriger Rückgabe der Mopeds, Manfred bekommt seinen Führerschein nicht wieder und letzten Einkaufen, laufen wir bei bedecktem Himmel aus, zum Baden in die Bucht von Ormos Pera Pigadi zur Arethusa-Quelle, wo nach der Odysseus-Saga die Schweine des Eumaios getränkt worden sind.
Manfred, Thomas, Andreas und ich versuchen den Aufstieg zur Quelle durch das alte Flußbett. Schon nach wenigen Metern merken wir daß wir falsch ausgerüstet sind. In kurzer, Hose und Turnschuhen zerkratzen uns Dornenbüsche alle nicht bedeckten Körperfeile.
Nach ca. ein Drittel der Strecke beendet eine Felswand unseren Aufstieg, Rückzug ist angesagt. Dabei zerlegt Thomas bei einem mutigen Doppelsprung seine Brille. Was wird er wohl heute sonst noch zerlegen?
Wieder in der Bucht angekommen, verbringen wir den Nachmittag mit baden, schnorcheln, Dingi - fahren und faulenzen (Dosen werfen). Bei der Rückfahrt mit dem Dingi zum Schiff zerlege ich den Gaszug vom Außenborder der auf dem Schiff erfolgreich von Christian und Oliver repariert wird Am Abend verhohlen wir uns in die Bucht von Ormos A. Andreou, wo wir ankern und über Nacht bleiben wollen. Nach dem ein Ignorant von Segler mit seiner Leine vor uns die Bucht zu macht, legen wir uns mit dem Heck vor den Strand und bringen zwei Achterleinen aus.Hierbei verzichte ich auf Details, wie abtreibende Dingis und Leinen, die nicht an der Klampe belegt sind.
In herrlich romantischer Umgebung bereitet die Crew das Abendessen, unter der fachkundigen Anleitung des inzwischen zum Chefkoch ambitionierten Christian. Der Speiseplan ist es wert genannt zu werden:
griechischer Salat mit Feta und Oliven, den wir besser nirgendwo gegessen haben, Bratwurst mit zweierlei Bratkartoffeln, die einfach köstlich waren und zum Nachtisch griechischer Yoghurt mit Honig. Dazu gab es wahlweise Bier oder guten Rotwein und als i-Tüpfelchen einen Ouzo. Aber Essen und Getränke waren nicht das Alleinige, sondern die gesamte Atmosphäre, hervorgerufen durch eine im Mondschein gleißende Bucht mit schillernden Wasser auf dem wir angenehm geschaukelt wurden, dazu ausgesuchte griechische Musik, so dass wirklich alle Sinne zeitgleich auf das angenehmste stimuliert waren. Es waren sich alle einig, einen solchen Abend kann man nur schwer beschreiben, den muss man fühlen und erleben.
Als Tipp für Segler, denen in solchen Situationen eine Deck-Beleuchtung fehlt, sei die Idee von Oliver angeraten : die Notbeleuchtung von den roten Käppchen befreien und im Gestänge vom Bimini-Top befestigen. Bei gutem Wein und guten Gesprächen ging ein herrlicher Tag zu Ende.


Mittwoch, 22.09.

Um 8.00 Uhr kommt wieder Leben ins Schiff Sonnenaufgang in unserer schönen Bucht, schnell vor dem Frühstück ins Wasser gesprungen und ein paar Runden geschwommen, bevor Backbord und Steuerbord-Torpedos von der Ocean-Star den Aufenthalt im Wasser ungastlich gestalten. Nach einem wie immer gutem Frühstück, diesmal saß sogar Christian am Tisch, dafür nahm Uwe den Zimmer-Service in Anspruch, wird das Schiff langsam für die Fahrt vorbereitet. Dann umfahren wir ltaka im Süden, der südlichste Punkt unseres Törns, und fahren Kurs Nordwest, die westliche Küste der Insel entlang, weiter auf den Spuren von Odysseus. Dann Kurs Nord, unser Ziel für heute ist die Insel Meganision, die Bucht von Ormos-Spilia an der Nordküste der Insel gelegen. Bei ruhiger Fahrt unter Motor bereiten Christian und Thomas eine gute Erbsensuppe für das Mittagessen, das mit herrlicher Kulisse auf Deck eingenommen wird. Einige Dialoge bei Tisch kreisen um die Wirkung der Suppe am Abend, na dann Mahlzeit.
Im Norden von ltaka erreichen wir offenes Wasser und setzen die Segel Kurs 35, Barometer 1052. Plötzlich bricht in Manfred das Jagdfieber aus, als er voraus einen Segler ausmacht, den er unbedingt überholen möchte. Der fährt zwar nicht unseren Kurs, aber das Überholmanöver, bei 20 Krängung, ist den Abstecher wert, sowie das Leuchten in Manfred's Augen, als wir dem Überholten freundlich zuwinken. Dann gehen wir wieder auf unseren Kurs und fahren unter Segel Richtung Meganision. Bei einem der Wendemanöver mache ich eine unangenehme Erfahrung mit der Backbord Fogschot-Winsch, als mich beim Abfieren eine Seilschlinge erwischt und meine Hand auf die Winsch klemmt, falsch angefasst und zu langsam gewesen. Sofortiges Kühlen mit Eis aus dem Kühlschrank, unter fürsorglicher Anleitung von Christian, verhindert Schlimmeres.
An der Westküste von Meganision lässt der Wind nach und wir fahren unter Motor den Rest der Strecke. Als wir in die Bucht von Ormos-Spilia einfahren, winkt uns schon der freundliche Betreiber der Taverne Porto Spilia vom Steg aus zu und hält eine Muring für uns bereit. Auf seine Empfehlung hin legen wir uns vor den Kopf des Steges, mit dem Bug zur Welle und liegen so sehr ruhig. Wir treffen alles so an, wie im Hafen-Handbuch wir auch dem Ratschlag des Buches, und gehen hinter der Taverne den Berg hinauf zu dem kleinen Ort Sparto-Chorion, von wir einen herrlichen Blick auf die Bucht und die Nachbarinseln haben und wo uns auch noch der Dorfälteste per Handschlag begrüsst.
Zurück auf dem Schiff gehen alle zum Duschen ohne Grenzen, denn der Wirt der Taverne stellt auch noch fünf geräumige Duschkabinen zur Verfügung, in denen nicht nur die Wassertemperatur sondern auch die Wassermenge überraschen.
An Tischen, die direkt auf dem Strand neben dem Anlegesteg stehen, setzen wir uns zum Abendessen hin und können auch noch das im Hafen-Handbuch angekündigte gute Essen der Taverne bestätigen. Nach einigen Flaschen Wein und guter Unterhaltung gehen alle an Bord und etwas schneller als sonst, auch in die Kojen. So ein anstrengender Tag macht eben müde.


Donnerstag, 23.09.

Um 7 00 Uhr werden wir durch eine fröhliche Weckmelodie geweckt, ungeklärt bleibt. Ungerechtfertigterweise gerät Andreas in den Kreis der Verdächtigen, der hätte dann schon mindestens zwei Wecker dabei haben müssen. Wie sich herausstellt hat uns Oliver's Armbanduhr den frühen Tagesbeginn beschert. Schnell noch eine Runde schwimmen vor dem Frühstück, den heute legen wir früh, 9.00 Uhr ab und frühstücken während der Fahrt, um zeitig in Levkas zu sein und Zeit für einen kleinen Landgang zu haben.
Kurs354, Barometer 1053, es verspricht wieder ein heißer Tag zu werden. Um 11.00 Uhr erreichen wir Levkas und legen uns vor Anker an die Kaimauer Die Stadt ist laut und in der Hitze steht die Luft, zudem ist Levkas kein Ort um länger zu verweilen. Um 12.30 Uhr sind wir wieder auf dem Schiff weil um 13.00 Uhr die Brücke für die Ausfahrt aus Levkas öffnet.
Jetzt geht es unter Motor, leider gegen den Wind mit Kurs 307, Richtung Paxos. Nach ca. 1,5 Stunden ist keine Landsicht mehr und der Wind und Wellengang nehmen zu. Faulenzen auf Deck ist angesagt, bis die Spaghetti Miracoli von Thomas eine Abwechslung in die entspannende Ruhe auf Deck bringen. Gegen Wind und Wellen geht es weiter Richtung Paxos.
Am südlichen Punkt von Antipaxos treffen wir auf die Inselgruppe, deren Küste entlang wir Richtung Paxos fahren. Zwischen beiden Inseln nutzen wir den Wind setzen noch mal Segel und müssen zum Hafen aufkreuzen. Mit lautem Knall verabschiedet sich von der Traveller Schiene die Umlenkrolle auf der Steuerbordseite und das Seil nimmt die Antenne vom GPS gleich mit, was für das ohnehin unnütze GPS keinen größeren Schaden darstellt. Manfred nimmt die Sache locker und wir segeln munter weiter bis ein englischer Segler der offensichtlich Schwierigkeiten mit den geltenden Vorfahrtsregeln hat, sich lauthals beschwert: "next time more closer?I" Der kam Manfred gerade recht, sofort entflammt das schon bekannte Jagdfieber und wir setzen dem Engländer nach, schneiden ihm, mit Vorfahrt, Weg und Wind ab, für den Laien richtig spannend und Manfred verabschiedet den Zweitplatzierten mit einem lauten "adios amigos"
Später im Hafen von Paxos sehen wir unsere "Freunde" wieder und legen uns direkt daneben. Hier wechseln nur noch Blicke, keine Worte mehr Duschen an Bord dann Stadtbummel und Abendessen in einer sehr gemütlichen Taverne bilden das Abendprogramm, bevor ein Teil der Crew sich auf"ein bis zwei Tassen Wasser" auf das Schiff zurückzieht und ich mit Thomas in die nette Hafenbar unweit des Liegeplatzes gehe. (Rüdesheim)


Freitag, 24.09.

8.00 Uhr Frühstück, danach Ortsbummel mit der Gelegenheit eine Kleinigkeit für zu Haus gebliebene zu finden; dann ist Bastelstunde, für kleinere Instandsetzungen der Schäden vom Vortag. Plötzlich drängt uns die Hafenpolizei abzulegen, weil zahlreiche Touristenschiffe einlaufen, die Platz am Kai brauchen.
Um 11.00 Uhr geht es mit Kurs 338, Barometer 1054, es ist wieder sehr heiß, auf den letzten Schlag unseres Törns, nach Korfu. Linseneintopf mit Würstchen am Mittag, sind wieder eine willkommene Unterbrechung, der sonst an Deck herrschenden Ruhe. Vor der Einfahrt in den Hafen setzen wir noch mal Segel und wollen auch unter Segel einlaufen, was nicht funktioniert, denn plötzlich ist der Wind weg. Also Segel bergen und Motor an, keine fünf Minuten später bläst der Wind sogar aus der richtigen Richtung, aber es sollte wohl nicht sein.
Mit Motorfahrt laufen wir in den Hafen von Gouvia ein und legen zuerst am Kai der Tankstelle an, wo unser Vercharterer schon auf uns wartet. 130 Liter Diesel können wir bunkern bevor wir zum Liegeplatz fahren und nach gut 230 Seemeilen, ein letztes Mal die Leinen fest machen.
Danach wird bei der Charterfirma ausgecheckt und das Schiff überprüft. Ohne Beanstandungen erhalten wir nach langer Wartezeit, unsere Kaution zurück. Jetzt nur noch duschen und zum letzten Landgang vor unserer Abreise in die City von Gouvia.
Hier ist wirklich was los, der Tourismus hat uns wieder Wir finden ein nettes Lokal wo wir wieder hervorragend essen und einen schönen Abend verleben. Später gehen fast alle an Bord nur Thomas und ich suchen noch einen Club auf in dem wir unseren Vercharterer treffen wollen. Ein paar Drinks später unseren Freund haben wir getroffen, gehen auch wir an Bord in 3 Stunden haben wir Frühstücks-Dienst.


Samstag, 25.09.

Um 6.00 Uhr wecken, packen, frühstücken, nicht mehr ganz vollständig, denn einigen ist es noch zu früh. Um 8.oo Uhr verlassen alle letztmalig die Ocen Star und Manfred der 1. Skipper, geht als Letzter von Bord.
Jetzt warten wir auf die bestellten Taxis, die, wie wir nach einiger Zeit feststellen, keiner bestellt hat. Irgendwann haben auch wir zwei Taxis, die uns zum Flughafen bringen, wo wir planmäßig Richtung Frankfurt abfliegen.
Der Flieger zieht eine große Kurve über unseren Hafen, und ein letzter Blick auf die Ocean Star, beendet einen wunderschönen Segeltörn.

"auf den Spuren von Odysseus"
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