Segeltörn "Rund Samos"

Segeltörn vom 26.09. 05 - 03. 10. 2005  von Samos über Fourni, Arki, Patmos, Lipsi, Agathonissi nach Samos.

Crewmitglieder:


Manfred           1. Skipper
Hubert              2. Skipper und Schriftführer
Thomas            Bordkassenwart und Chefeinkäufer     
Uwe                 Rechnungsprüfer  
Peter                Leiter des Bordchores
Oliver               Decksman
Jürgen              Ankerman und  Bordfriseur, genannt  "Ölbi"
Werner             Spezialist für Reparaturen aller Art

Montag, 26. September

Die gesamte Crew trifft sich um 10.45 Uhr in der Halle des Koblenzer
Hauptbahnhofs in guter Stimmung. Werner, der zum ersten Mal fliegen sollte
und auch zum ersten Mal auf einem richtigen Schiff Urlaub machen wollte, ist
noch voller Erwartung. Ein Teil der Crew besichtigt noch die restaurierte
Kaisertreppe im Bahnhof. Damit ist für den heutigen Tag auch der kulturelle
Teil absolviert. Mit viel Spaß geht die Zugfahrt nach Düsseldorf, wo wir
pünktlich eintreffen. Zügig sind unsere Gepäckstücke "gelabelt", wie das in
Neudeutsch heißt. Nachdem wir unsere Bordkarten erhalten haben geht es  noch
schnell in die Leonardobar, von wo wir einen guten Blick auf die Rollbahn
und die Abfertigung der Flugzeuge haben. Langsam erheben wir uns alle und
schreiten zur Sicherheitskontrolle. Nun ist Hektik angesagt, da die Schlange
riesig ist und die Kontrollen endlos lang dauern. Als die Letzten
schließlich die Kontrolle passiert hatten,  ging der Rest im Laufschritt.
Hubert ist einer der Letzten und auf dem Weg zum Flieger wird er schon
ausgerufen. Mr. Koss and Mr. Borgmann,  please immediately at gate. twenty
three. Mit Überraschung stellten die Beiden fest, dass der Flieger bereits
voll besetzt war und die Düsen schon brummten. Aber geschafft.! Der Flug ist
recht unkompliziert und Thomas hat sofort Kontakt zum weiblichen
Flugpersonal.
Auf Grund des guten Rückenwindes landen wir sogar 10 Minuten früher in
Samos. Zügig geht es mit dem Taxi zum Hafen, wo uns Yannis, unser
Vercharterer und ehemaliger Hafenmeister freundlich begrüßt. Das Schiff,
eine Janneau 49  S O,  ist gerade vier Monate alt und hervorragend. Die
Kojen werden eingeräumt und es geht direkt vom Schiff in die nächste
Taverne. Der erste Abend wird bis Mitternacht ausgedehnt.


Dienstag, 27. September

Heute haben Uwe und Thomas Küchendienst. Thomas hat sofort eine Bäckerei im
Hafen gefunden und überrascht uns zum Frühstück mit frischen Brötchen und
Croissants. Pünktlich um 9.00 Uhr erscheint der Vercharterer an Bord zur
Einweisung. Yannis gibt aber die Arbeit an einen seiner Söhne weiter. Die
Einweisung ist sehr gründlich und wir müssen alles wiederholen, Knöpfe
bedienen, Schalter bewegen  und den Motor wiederholt starten, bis wir dann
um 11.45 Uhr endlich auslaufen können. Zwischenzeitlich hat Thomas mit
einigen Mannen den Großeinkauf an Wasser, Bier, Wein , Butter und Obst sowie
weiteren leicht verderblichen Lebensmitteln erledigt. Auf Anraten von Yannis
sollen wir einen bestimmten Supermarkt aufsuchen, da wir dort Prozente
bekommen sollen. Nachher stellte sich jedoch heraus, dass die Prozente zwar
abgezogen aber unserem lieben Yannis zuflossen. Wir lassen uns davon jedoch
nicht beeindrucken und erleben bei 4 bis 5 Bft querab einen erholsamen
Segeltag. Wir erreichen die Insel Fourni gegen 18.00 Uhr. Wegen starker
Fallböen können wir nicht an die Pier und gehen in einer Bucht vor Anker, in
der bereits drei Segler liegen. Hubert und Werner nehmen noch schnell ein
Bad. Aber da die Sonne schon recht tief steht, ist die Luft schon frisch.
Den Abend verbringen wir an Bord.

Mittwoch, 28. September

Nach einer unruhigen Nacht mit Schwell werden wir um 7.00 Uhr mit Musik
geweckt. In der Kajüte von Hubert und Werner muss erst eine Zwischenwand neu
eingesetzt werden, die in der vergangenen Nacht fürchterlich geknarrt
hatte. Um  9.15 Uhr geht der Anker auf. Jürgen beherrscht nach einigen
Versuchen nun auch die Tücken der Ankerwinsch. Mit Backstagsbrise geht es
schnell nach Arki, wo wir in der Bucht von Porto Augusta einen ruhigen Platz
an der Pier finden. In der 30 Meter entfernten Taverne "Manola" sind wir
rechtzeitig zum Frühschoppen. In froher Stimmung bestellen einige bei
"Nectarina"  auch das Mittagessen. Nur das strenge Wort des Skippers kann
uns zu einer Wanderung und einigen Kirchenbesuchen aus der Taverne locken.
Der Tag fängt lustig an. Da weitere Yachten einlaufen, bestellen wir direkt
für 8 Personen einen Tisch für den Abend. Nach der Wanderung wird ausgiebig
bei herrlichem Sonnenschein von Bord aus gebadet. Werner nutzt den Einstieg
im Bugkorb für seine Kopfsprünge. Abends geht es dann "landfein" in unsere
Taverne, wo wir einige Griechen wieder sehen, die auch am Morgen schon dort
waren. Wir werden mit "Jammas" begrüßt. Im Schatten von Tamarisken
entwickelt sich der Abend zu einem bleibenden Erlebnis!  Kleine  frittierte
Sardinen bilden für Alle die Vorspeise. Daran schließen sich verschiedene
typische Hauptspeisen. Nach etlichen "Kilos" Wein und abschließendem Ouzo
brauchen einige Sailors  Hilfe auf der schmalen Gangway. Nachdem alle gut an
Bord waren, klingt der Abend aus.

Donnerstag, 29 September

Nach einem lukullischen Frühstück verlassen wir die gastliche Stelle nach
Patmos. Bei einem schönen Tag auf See erreichen wir nach ca. 10 sm den Hafen
in Skala auf Patmos. Jürgen und Thomas passen auf, dass der Winkel zwischen
Ankerkette und Mitschiffslinie nicht zu groß wird, da dann die Kette
blockiert  Trotz starker Seitenböen gelingt das Anlegemanöver sofort. In
Sichtweite unseres Liegeplatzes befindet sich ein Supermarkt, in dem Thomas
gleich frisches Brot, Butter und Obst einkauft. Dann werden Mopeds geliehen.
Bei einer Sammelbestellung erhalten wir Rabatt und können die "Räsjer" bis
zum anderen Morgen nutzen. In fliegender Fahrt geht es hinauf zum Kloster
und zur Johanneshöhle. Da Peter noch nie in seinem Leben ein motorisiertes
Zweirad gefahren hat, sucht Thomas direkt eine Teststrecke zu einer Kapelle
auf dem höchsten Berg der Insel aus. Die Zufahrt ist nicht nur steil,
sondern auch schmal und ohne Sicherung Richtung Abgrund. Trotzdem kommen
alle oben an und genießen den wunderbaren Ausblick über die ganze Insel.
Peter hat somit seine "Fahrprüfung" bestanden, obwohl er wohl kaum eine
aufregendere Strecke in seinem Leben fahren wird. Abends speisen wir in
einer Taverne auf offener Straße und lassen noch einmal die Erlebnisse des
Tages an uns vorbeiziehen. Oliver, Thomas, Ölbi und Uwe steuern eine andere
Taverne an, da dort wahrscheinlich eine hübsche "Nectarina" wartet. Danach
treffen wir uns alle wieder an Bord.

Freitag, 30. Septembr

Heute haben Hubert und Werner Küchendienst. Zum Frühstück gibt es neben den
üblichen Dingen wie diverse Aufschnittsorten, Honig, Marmelade, Joghurt,
Kaba, Kaffee und Grünen Tee noch zusätzlich warmen Leberkäse auf
Vollkornbrot. Bis zum letzten Augenblick werden die Mopeds noch genutzt.und
dann um 11.00 Uhr abgegeben. Da noch alle Tanks an den Mopeds voll sind,
handeln wir mit dem Vermieter aus, dass 8 Tage später beim vorgesehenen
Besuch einiger Crewmitglieder mit ihren Frauen vollgetankte Mopeds zur
Verfügung stehen. Wir legen schnell ab und erreichen eine schöne Badebucht,
die unserem Skipper von einem früheren  Törn bekannt ist, um die
Mittagszeit. Nach einigen Schnittchen, die aus der Kajüte auf die Faust
gereicht werden, ist Baden angesagt. Die "Nichtschwimmer" machen das Beiboot
klar und erkunden die Bucht. Gegen 16.00 Uhr  laufen wir im Hafen von Lipsi
ein und machen an der Mole fest. Nach einem Spaziergang über die Insel mit
dem Besuch verschiedener Kirchen geht es in ein Café. Werner zeigt auf einen
Apfelkuchen und bestellt direkt für Hubert mit. Dieser Apfelkuchen war
jedoch ein von Honig triefender Blätterteig mit Mandelsplittern und eine                 

Kalorienbombe erster Güte. Aber wir mussten ja schließlich auch hart an Bord
arbeiten. Gegen Abend macht noch eine türkische Gület neben uns fest mit

amerikanischen Gästen. Wir treffen sie abends in der Taverne wieder. Sie
erdreisten sich nicht, hier vom Schiff mitgebrachten türkischen Wein vom
Ober aufziehen zu lassen. So feinfühlend sind halt diese weit gereisten
Amerikaner. Anschließend machen sie auch noch bis in die frühen
Morgenstunden an Bord Radau. Der Wein war sicher an Bord ihres Schiffes im
Preis enthalten.


Samstag, 01 Oktober

Heute haben Thomas und Uwe Küchendienst. Wir werden neben den üblichen
Serviceleistungen mit einem Strammen Max überrascht. Dann geht es mit gutem
Wind nach Agathonissi. In der Ferne hören wir manchmal ein Donnern. Aber das
ist noch nicht beunruhigend, da kein Gewitter in unmittelbarer Nähe zu sein
scheint. In der Bucht von Agathonissi haben wir genügend Platz an der Mole,
die für die Fähre mit vielen Autoreifen ausgerüstet ist . Wir erfahren, dass
wir die Nacht dort liegen können, da die Fähre erst am nächsten  Nachmittag
einlauft. Wie üblich wird ein Spaziergang durch den Ort und über die Insel
gemacht. Wieder zurück an Bord wird Hubert plötzlich von einem griechischen
Skipper einer Nachbaryacht angesprochen mit der Bitte, sofort Yannis
anzurufen. Es stellte sich heraus, dass Yannis völlig aus dem Häuschen war
und Angst um sein Schiff hatte. Offensichtlich mussten in Samos Stunden
vorher fürchterliche Gewitter mit Sturm niedergegangen sein. Wir sollen
verlegen, da die Bucht für Südwind offen ist und weitere Informationen von
"Sabine" einholen. Sabine ist eine Deutsche mit einer Taverne. In der ersten
Taverne vom Hafen aus war Sabine schnell gefunden. Yannis hatte auch dort
schon angerufen und sich nach der augenblicklichen Wettersituation
erkundigt. Da Sabine uns den neuesten Wetterbericht aus dem Internet
mitteilen kann und gleichzeitig versichert, dass nach einigen Stunden der
Wind auf West drehen wird, sehen  wir von einer Verlegung ab. Mittlerweile
wird es auch schon dunkel und der Wind hat mit Regen stark zugenommen.
Nachdem das Schiff mit zusätzlichen Leinen gesichert wurde, geht  es ab nach
Sabine in die Taverne. Hier wettern wir Sturm, Regen , Blitz und Donner ab.
Sabine kann  hervorragend kochen. Neben den üblichen griechischen
Köstlichkeiten wird auch Ziege angeboten. Diejenigen, die sich für die Ziege
entscheiden , sind voll begeistert. Um Mitternacht hört dann der Regen auf
und wir begeben uns alle an Bord. Das Schlafen gestaltet sich schwierig, da
wir voll im Schwell liegen. Um 3 Uhr nachts reißt auch noch mit viel Getöse
ein Tampen über Huberts Koje. Er weckt den Skipper . Thomas ist auch wach
und mit vereinten Kräften wird der faule Tampen ersetzt. Als der Wind dann
kurz danach tatsächlich auf West dreht,  können wir die letzten Stunden der
Nacht noch ruhig schlafen.




Sonntag, 02. Oktober

Morgens sehen alle etwas müde aus. Das Frühstück bringt aber die guten
Lebensgeister zurück. Der Himmel ist wieder klar und der Wind bläst weiter
aus West. Das kommt uns sehr gelegen, da wir in nördliche Richtung segeln
müssen. Nach der üblichen Stunde mit Motor, die Yannis uns sehr ans Herz
gelegt hat, setzen wir Segel. In rauschender Fahrt geht es nach Samos
zurück. Am Nachmittag laufen wir in Pythagoreio ein und Yannis erwartet uns
bereits am Hafen. Wir positionieren uns zum Anlegemanöver aber Yannis gibt
für uns unverständliche Zeichen mit beiden Armen. Es kommt wie es kommen
muß. Wir fischen einen 200 kg Anker eines Fischerbootes. Yannis kommt mit
dem Beiboot angerudert und hilft uns, den Anker wieder loszuwerden. Am
Liegeplatz wird dann munter diskutiert, was gewesen wäre wenn . . . . Aber
wir liegen fest und können noch die Nacht auf dem Boot schlafen. Abends
gehen wir in die gleiche Taverne, in der wir am ersten Abend waren und
lassen den Törn ausklingen.


Montag, den 3. Oktober

Um 9.00 Uhr erschein der Sohn von Yannis und nimmt das Schiff ab. Wir
bringen das Gepäck von Bord. Ein letztes Photo mit dem Vercharterer und der
Crew ist der Abschluß unseres Törns. Wir frühstücken in einer der vielen
Tavernen am Kai. Danach begeben wir uns in Taxis zum Hotel Mykali Bay, in
dem einige Crewmitglieder noch den Urlaub verlängern. Es waren drei
Doppelzimmer gebucht, in denen das Gepäck abgestellt werden sollte, da der
Flieger erst um 19.55 Uhr starten sollte. Auf dem Weg zu den Zimmern bleibt
die Dame der Rezeption plötzlich stehen. Sie hat wohl ausgerechnet, dass
drei Zimmer und acht Personen ein mathematisches Problem ergeben. Nach dem
Hinweis, dass 5 Personen am Abend abreisen würden, ist das Problem gelöst.
So können wir alle noch den letzten Tag voll genießen. Den Heimkehrern
bleibt die Erinnerung an einen wunderschönen Törn.