Ein Reisebericht von der Suedsee

Französisch Polynesien

Raiatea, Bora Bora, Huahine,Taha

Von Hubert Koss

  

Bericht über den Südseetörn vom 2. September bis 24. September 2002
Teilnehmer: 

Manfred Schmudermaier, Skipper und Organisator,genannt

                   "Il  Capitano"

  Alex von Kölln, Chefnavigator
  Lutz Tent, "Ankerman", zuständig für die Bedienung des Ankerspills und Chefkoch
 Thomas Meister, Winschman und "Kaltmamsell", Zahlmeister
  Mark Meister, Winschman und Barmixer, besonders erfahren in Mixgetränken auf  
 
Bacardibasi                                
  Uwe Fleck, Winschman
  Christian Bouillon, zuständig für Kontakte zur
                   Urbevölkerung, verdienter Geschirrspüler                                                                                        Hubert Koß, Schriftführer, Tonnensucher und Hilfskoch

Nach einem langen Flug mit Lufthansa, einem Aufenthalt in Los Angeles,
Weiterflug mit Neuseeland-Air bis Papete auf Tahiti und Flug mit einer kleinen
Propellermaschine bisRaiatea waren wir endlich "im Paradies" angekommen.
Lange Wartezeiten zwischen den einzelnen Flügen und ebenso lange
Sicherheitskontrollen hatten uns ganz schön zugesetzt. In Papete wurde die Wartezeit
nachts durch einen Besuch des Marktes verkürzt. Fahrt mit einem "Truck" um 5 Uhr
morgens war bereits das erste Erlebnis. Die ersten Reiseandenken (Pareos und Mückenschutzmittel)  wurden von einigen Crewmitgliedern geordert.

Donnerstag, 5.9.02
In Raiatea am Flughafen wurden wir von einer netten Dame des Unternehmens
Stardust mit Blumenkränzen empfangen und einem zünftigen tropischen Regen. Uwe
vergewisserte sich nochmals, ob er auch wirklich in der Südsee gelandet war
und nicht in Holland! In der Marina wurde uns ein erfrischender Fruchtsaftgereicht und die Arbeit der Bootsübernahme begann. Lutz ging mit Personal an Bord und machte die Bootsübernahme. Der Skipper Manfred, Alex und Hubert wurden in das Tonnensystem und einige wichtige revierbedingte Besonderheiten eingewiesen. (Hinweis auf striktes Nachtsegelverbot). Nach Verteilung der Kojen wurde das Schiff mit Gepäck bezogen. (Das Schiff, eine Benneteau 505, 50 Fuß,)war in hervorragendem Zustand. Bettwäsche, Handtücher, Badetücher und Küchentücher in ausreichender Zahl auch zum Wechseln  wurden vom Unternehmen zur Verfügung gestellt. Bei strömendem Regen und leichtem Wind ging es dann  unter Maschine bis in die Hautstadt Uturoa. An der Hafenpier war genügend Platz. Jetzt wurde im nahen Supermarkt eingekauft und reichlich Verpflegung übernommen. Kühlraum war genügend vorhanden. Nach einem kleinen Abendessen und einemDämmerschoppen fielen wir in die Kojen.

Freitag, 6.9.02
Nach einer ruhigen Nacht, der Regen hatte sich gelegt , und nach Bezahlung der Liegegebühr (1400 XFP) ging die Fahrt durch gut bezeichnete UntiefenRichtung Bora Bora. Wir verließen Raiatea und Tahaa durch den Pass Tiahamana. Hier wurden bereits die ersten beeindruckenden Photos vom Riff und den sich brechenden Wellen des Pazifik geschossen. Außerhalb des Riffs wurde die Fock dazu
gesetzt. Es ging mit Südostpassat und 3 Bft. Mit 9 kn. Richtung Bora Bora.
Unterwegs begegneten wir einem Inselversorger. Zwischendurch  überraschten uns
Thomas und Uwe mit den berühmten kleinen Häppchen zur Mittagszeit.  Am frühen
Nachmittag erreichten wir die Südwestspitze des Riffs (weißer kleiner
Leuchtturm der auf dem Riff steht.) In respektvollem Abstand segelten wir weiter
zur Einfahrt in die Lagune. (Pass Te Ave Nue, grüne Tonne an Stb. , rote Tonne
an Bb. Von See kommend). In langsamer Fahrt mit Ausguck am Bug suchten wir
uns einen Ankerplatz in der Nähe von Motu Tapu. Bei Wassertemperaturen von 26,5
C  wurde erstmals von der ganzen Crew ein "Südseebad" genommen, für das wir
die ganzen Mühen bis hierher auf uns genommen hatten. Das Schlauchboot mit
Außenborder wurde zu Wasser gelassen und ein Teil der Mannschaft machte eine
Landerkundung, um nach nützlichen Dingen Ausschau zu halten. Sie kamen mit
Kokosnüssen zurück, die abends beim Sonnenuntergang geöffnet wurden. Dies war der
erste richtige Urlaubstag und brachte die Mannschaft in gute Stimmung.

Samstag, 7.9.02

Nach einem kräftigen Frühstück ging um 7.00 Uhr der Anker auf Richtung
Vaitape, der Hauptstadt von Bora-Bora. Um 8.15 Uhr lagen wir bereits an der Pier.
Wir hatten uns vorgenommen, die Insel zu erkunden. Direkt am Hafen vermietete
  Europ-Car Fahrräder mit Gangschaltung  in technisch zufriedenstellendem
Zustand. Nach Probefahrt und Einstellung der Sättel ging es auf die Runde. Da
Bora-Bora vulkanischen Ursprungs ist , lebt die Bevölkerung ausschließlich am Meer und die Straße verläuft ca. 35 km immer am Wasser  entlang rund um die Insel. Bis auf kleine Stücke ist die Straße durchgehend asphaltiert. Zu
empfehlen ist die Tour von der Europ-Station in südlicher Richtung. Einige im
Fahrradfahren ungeübte Crewmitglieder hatten bei der Hitze sehr zu kämpfen und hatten Tage später noch Muskelkater. Unterwegs statteten wir dem berühmten Restaurant "Bloody Mary" einen Besuch ab und reservierten einen Tisch für den Abend. Als Besucher des Restaurants kann man am hauseigenen Steg  gratis
Trinkwasser übernehmen (Vorsicht bei der Anfahrt: Wassertiefe etwas über 2 m ).  Gegen
Spätnachmittag verließen wir die Pier von Vaitape in Richtung Bucht  de
Pofai. Hier im Krater des erloschenen  Vulkans liegen Bojen des Restaurant. Man
hat einen wunderbaren Blick auf den Berg Otemanu (727 m) und den östlichen
Kraterrand. Auch der Abend im Restaurant bleibt unvergesslich. Zunächst
erweckten die Drinks an der Bar die guten Lebensgeister. Eine Überraschung war dann das Fischbüffet. Verschiedene Fischsorten waren kunstvoll mit farblich
abstimmten Hibiskusblüten dekoriert. Um die Wahl zu erleichtern wurde jedem Gast von der Chefin das Büffet erklärt. Dann wurden die ausgewählten Speisen am
offenen Griff zubereitet. Auf jeden Fall zu empfehlen.

Sonntag, den 8.9.02
Wie üblich Wecken bei Sonnenaufgang. Rein Schiff. Dann ein tolles Frühstück
mit Rührei, Käse , Tomaten und Zwiebeln. Anlegen am Steg von Bloody Mary und Wasserbunkern. 8.30 Uhr Weiterfahrt unter Motor im Uhrzeigersinn  durch die
Lagune bis zum Hotel Meridien auf Motu Vaivahia im Osten des
Berges Matapupu. Im letzten Stück unbedingt mit Ausguck navigieren. (Geringe Wassertiefe). Wir ankerten auf 2.40 Wassertiefe und hatten den Rest des Tages zum Schwimmen und Schnorcheln zur Verfügung. Ein ausgedehnter "Fußmarsch" durch das seichte Wasser bis zum Riff und der Besuch im Hotel Meridien rundeten den Tag ab.

Montag, den 9.9.02
Heute konnte etwas länger geschlafen werden, da wir nur bei hohem
Sonnenstand wieder aus den Untiefen herauskommen konnten. Mit Thomas im Ausguck und äußerst vorsichtiger Fahrt erreichten wir gegen 10.00  Uhr wieder tiefes Wasser.
Um 11.00 Uhr machen wir an der Tonne vom Yacht-Club Bora-Bora fest. Chef
Peter begrüßt uns mit einem kühlen Trunk an der Bar und erzählt von den
Schwierigkeiten mit den Behörden. Er ist nämlich  Österreicher und bekommt somit
keine Arbeitserlaubnis obwohl er mit Genehmigung der Behörden und seinem Geld
denClub wieder aufgebaut hat. (Arbeitserlaubnis wird nur Franzosen oder
Einheimischen erteilt.). Ein einheimischer "Geschäftsführer" hat dann doch die
Behörden friedlich gestimmt. Der Club ist noch im Aufbau. Ein Bojenfeld soll im
nächsten Jahr auf 12 erweitert werden. Bungalows stehen ebenfalls zur
Verfügung. Nach Wimpeltausch und Eintrag ins Gästebuch ging die Fahrt weiter nach
Tahaa durch den Pass Te Ave Nue. Gegen 16.00 Uhr machen wir an der Boje von
Marina Iti fest. Mit dem Beiboot fährt ein Vorauskommando auf Erkundung und
bringt die Speisekarte mit an Bord. Abends treffen wir uns alle im gemütlichen
Restaurant bei Fischsuppe mit Rouille und geriebenem Käse.
Mahi-Mahi à la sauce
vanille und fricassé de langoustes.
Neben dem Beibootanleger befindet sich
ein kleiner Andenkenshop  mit Volkskunst.

Dienstag, 10.9.02
Wecken wie üblich. Während unseres Frühstücks legte ein kleines Boot an, um
Lebensmittel zu verkaufen.  Wegen der reichhaltigeren Auswahl und der
anstehenden Bankgeschäfte mußten wir ohnehin nach Uturoa. Bargeldabheben am Automaten geht nicht, da offensichtlich die PIN-Nummer nicht überprüft werden kann. Nach längerer Diskussion konnten dann Transaktionen in der Bank de Tahiti gegen Vorlage des Reisepasses gemacht werden. Außerhalb des Riffs
wurden dann die Segel nach Huahine gesetzt. Gegen 16.00 Uhr erreichten wir die Einfahrt nach
Fare, der Hauptstadt von Huahine. Guten Ankergrund fanden wir bei Motu
Valerea. Abends überraschte uns Lutz mit Spaghetti Bolognese. Christian hatte einhervorragendes Verfahren zum Garen der Nudeln demonstriert.(Nach dem Aufkochen wurde die Flamme gelöscht und der Topf mit Küchenhandtuch und Deckel verschlossen, entsprechende Zeit ziehen lassen.)

Mittwoch, 11.9.02
6.30  Uhr Wecken, Frühstück, Fahrt mit dem Dinghi zur Brücke, die die beiden Inseln miteinander verbindet. Von da aus Fußmarsch längs der Straße.
Ausgiebiger Halt am Hotel Bellevue. Zeiten gesehen, aber wir wurden von der Terrasse
mit einem wunderbaren Blick über die ganze Bucht entlohnt. ( Curry-Hähnchen
für Mark und Christian)  Der "Chef" bot uns für einen guten Preis eine
Inselrundfahrt mit seinem VW-Bus an. So kamen wir auch noch zu einer
Individualrundreise über die Nordinsel.  Nach Besichtigung einiger beeindruckender Maree´s
und wunderschönen Ausblicken  gelangten wir wieder zu unserem Beiboot.

Donnerstag, 12.9.02
Um 9.00 Uhr Anker auf und Weiterfahrt unter Motor in den Süden der Insel bis
zum Restaurant Mahana. Es wird gebadet und geschnorchelt. Lutz bereitet am
Nachmittag einen Roastbeefbraten vor. Am Hotel befindet sich eine öffentlicheTelefonzelle.

Freitag, 13.9.02
Gegen 8.30 Uhr brechen wir nach Fare, der Hauptstadt von Huahine auf.
Unterwegs erstehen wir von einem Fischer drei große Rifffische, die sofort auf dem Achterdeck filetiert werden. In Fare am Hafen brauchten wir fast 2 Stunden, um unsere Frischwassertanks zu füllen, da der Wasserdruck sehr gering war.
Aber dafür gratis. Um 12.30 Uhr Weiterfahrt nach Tahaa unter Segel. Unterwegs
schläft der Wind fast ein, so dass wir den Rest der Strecke unter Motor
zurücklegen mußten. Kurs vor Sonnenuntergang erreichten wir mit Sonne gegenan die
Einfahrt     Toahotu und unseren Bojenplatz in der Nähe einer Perlenfarm, die

wir am nächsten Morgen besichtigen wollten. Durch einen beherzten Sprung ins Wasser rettete Christian den Pickhaken, der beim Bojenmanöver verloren
gegangen war. Abends gab es dann Garnelen, mit Fisch, Gemüse und Reis.

Samstag, 14.9.02
Nach einem kräftigen Frühstück Aufbruch zur Inselerkundung. Morgens
Besichtigung einer Perlenfarm und einer Vanillefarm. Mittags Baden am Motu Mahaea.Weiterfahrt durch die nördliche Fahrrinne bis Motu Motupua. Abends Ankern in
Sichtweite des  Tahaa Pearl Beach Resort (wurde am 29. Juli 02 eröffnet mit
allem Komfort und eigenen Transferbussen zum Flughafen) in 2,50 m Wassertiefe. Da nicht weit von uns dicke Klamotten lagen, brachten wir einen Heckanker zusätzlich aus für den Fall, dass der Wind in der Nacht drehen sollte. Wir erlebten hier einen unvergesslichen Sonnenuntergang mit einem Motu im Vordergrund und Bora Bora im Hintergrund. Die Photographen kamen voll lauf ihre Kosten. Wie sich herausstellte, war die langanhaltende Himmelsfärbung in allen Regenbogenfarben der Vorbote für tropischen Regen zwei Tage später.

Sonntag, 15.9.02
Morgens laufen wir in die Bucht Hurepiti, um Alain und Christiana zu finden,
die botanische Inselführungen anbieten. Wir trafen Alain in der Bucht auf
seinem Katamaran. Er hatte jedoch keine Lust zu einer Inselführung, da Sonntag
war. Wir entschieden uns zu einer Weiterfahrt
nach Uturoa und passieren das
Kreuzfahrtschiff "Paul Gauguin". Am Nachmittag mieten  Christian, Hubert
Manfred und Lutz einen Renault Clio mit Klimaanlage  und erkunden die Insel. Abends treffen wir uns alle in der Brasserie am Hafen.

Montag, 16.9.02
Nach Wasserübernahme am Hafen hinter der Shelltankstelle (kostenlos)
Weiterfahrt in den Südteil von Raiatea. Ankerplatz am Motu Naonao.

Dienstag, 17.9.02
Der heutige Tag steht zur Inselerkundung zur Verfügung. Baden, Schnorcheln
und Einkaufen mit dem Fischerboot im Village Tautare in der Bucht Faatemu.
Thomas und Mark zündeten ein Lagerfeuer an und gemeinsam wurde ein Menü mit
Vorspeisen und Hauptgericht kreiert. Auf dem Rückweg zum Boot stellten dann Mark
und Thomas noch ihr Können als "Meistertaucher" unter Beweis.

Mittwoch, 18.9.02
Wecken um 6.00 Uhr. Eine Fahrt außen um das Riff fällt wegen schlechter
Sicht und Regen aus. Die Hälfte der Mannschaft ist wegen zu vieler Bacardidrinks
am Vorabend um 10.00 Uhr noch nicht einsatzklar. Wir laufen bis in die Bucht
von Faaroa, wo sich die Stardust Basis befindet. Unterwegs kräftige
Regenschauer. Wir Ankern am Ende der Bucht unweit der Barre vor der Flußmündung. Hier
soll Kapitän Cook nach langer Reise Frischwasser gebunkert haben. Manfred,
Alex und Hubert starten mit Mückennetzen und Ölzeug ausgerüstet mit dem Beiboot
in die Flußmündung. Wenn man die Barre überschritten hat (Außenborder hoch,
da nur 50 cm Wassertiefe) wähnt man sich im Urwald. Die letzten Photos
werden
verschossen und dann geht es wieder an Bord.

Donnerstag, 19.9.02
Wecken um 6.30. Klar Schiff, Gepäck fertig machen. Um 11.00 Uhr legen wir am
Steg von Stardust an. Das Schiff wird inspiziert und übergeben. Leider fällt
Christian so unglücklich beim Verlassen des Schiffs, dass er ein dickes Knie
bekommt, das später in Las Vegas behandelt wurde. Um 13.30 Uhr
bekamen  wir
bereits einen Flug nach Papete.
Damit endete unser Traumurlaub in der Südsee. Alle aufgenommenen Mühen hatten sich gelohnt.